Ende August passiert jedes Jahr etwas Merkwürdiges: Im Kalender ist der Sommer fast vorbei,
aber so richtig nach Herbst fühlt es sich oft noch nicht an. Genau deshalb mag ich September und Oktober
als Reisezeit. Du musst dich noch nicht zwischen Sommerurlaub und dicker Jacke entscheiden – du kannst
einfach schauen, wonach dir gerade ist.
Vielleicht möchtest du noch einmal draußen sitzen und ein bisschen Süden mitnehmen. Vielleicht freust du dich
inzwischen sogar auf Cafés, Museen und lange Stadtspaziergänge. Oder du willst noch einmal in die Berge,
bevor die ersten höheren Wege winterlich werden. Für all das gibt es Ziele, die sich gerade im frühen Herbst
besonders gut für eine Zugreise ab Deutschland eignen.
Dann findest du in unserem ausführlichen Ratgeber zum
Herbsturlaub mit dem Zug
noch mehr Ziele für September, Oktober und November.
Noch Sonne, Stadt oder Berge?
Mailand & Como
Amsterdam
Kopenhagen
Paris
Interlaken & Schweiz
Prag
Mailand & Como: Stadt, Aperitivo und ein Abstecher an den See
Mailand ist für mich kein typisches Hochsommerziel. Wenn es sehr heiß ist, wirken die großen Plätze,
Einkaufsstraßen und langen Wege schnell anstrengender als nötig. Im September und im frühen Oktober
verändert sich das. Die Stadt wird wieder zu einem Ziel, bei dem man gern zu Fuß unterwegs ist:
morgens durch Brera, später Richtung Dom und am Abend an die Navigli.
Gerade im frühen Herbst passt auch die Mischung aus Stadt und Essen besonders gut. Ein Café zwischendurch,
ein langer Aperitivo am Abend, vielleicht ein Markt oder eine Ausstellung – Mailand funktioniert dann weniger
als Sehenswürdigkeiten-Marathon und mehr als Stadt, in der man sich treiben lassen kann.
Wenn du drei oder vier Tage Zeit hast, würde ich die Reise nicht zwingend auf Mailand begrenzen.
Como liegt auf derselben Bahnroute und eröffnet eine ganz andere Seite der Reise: See, Berge und kleinere Orte
statt Großstadt. So kannst du zwei sehr unterschiedliche Herbstgefühle in einer Reise kombinieren.
Der frühe Herbst ist eine gute Zeit, wenn du noch südliches Stadtgefühl suchst, aber nicht mehr auf
Hochsommerhitze angewiesen sein möchtest. Auch Mailands Parks und Stadtviertel bekommen im Oktober
zunehmend herbstliche Farben.
Mit dem Zug: Mailand und Como liegen auf einer direkten Fernzugachse aus Deutschland. Mehr zur Reise findest du auf Frankfurt – Mailand & Comer See.

© Steffen Schmitz (Carschten),
CC BY-SA 4.0,
via Wikimedia Commons
Amsterdam: Grachten, Museen und die ersten bunten Bäume
Amsterdam ist eines dieser Ziele, die im Herbst fast automatisch stimmiger werden. Wenn sich die Bäume
entlang der Grachten verfärben, reicht eigentlich schon ein langer Spaziergang durch Jordaan,
entlang der Prinsengracht oder durch einen der Parks, um einen guten Tag zu haben.
Gleichzeitig ist die Stadt wetterfest. Ein sonniger Septembertag kann komplett draußen stattfinden;
wenn es im Oktober kühler oder regnerischer wird, liegen Museen, kleine Cafés, Kinos und Restaurants
nie weit auseinander. Das nimmt einer Herbstreise viel von dem Druck, jeden Tag perfektes Wetter zu brauchen.
Ich würde Amsterdam im frühen Herbst eher langsam planen: nicht fünf Museen und zehn Sehenswürdigkeiten,
sondern ein oder zwei feste Dinge am Tag und dazwischen genug Zeit für Viertel, Märkte und die Grachten.
Gerade dann merkt man, warum die Stadt außerhalb des Hochsommers so gut funktioniert.
Goldene Blätter entlang der Kanäle, eine lebendige Kultursaison und genug Möglichkeiten für drinnen und draußen:
Amsterdam passt im September und Oktober sehr gut zu einem verlängerten Wochenende.
Mit dem Zug: Amsterdam ist aus mehreren Teilen Deutschlands ohne Umsteigen erreichbar – zum Beispiel ab Frankfurt, Berlin, München und Köln. Wenn du von einem anderen Bahnhof startest, kannst du im Direktzugfinder prüfen, ob es an deinem Reisetag eine direkte Verbindung gibt.
Kopenhagen: Jetzt passt die Stadt zu ihrer ruhigen Seite
Bei Kopenhagen muss man im Herbst nicht so tun, als wäre jeder Tag sonnig. Gerade das ist ein Teil des Reizes.
Ein klarer Tag gehört nach draußen: durch Kongens Have, am Wasser entlang, über Brücken und durch Viertel wie
Vesterbro oder Nørrebro. Wird es windiger, ist die nächste Bäckerei, Ausstellung oder Designadresse nicht weit.
Im September kann sich die Stadt stellenweise noch erstaunlich spätsommerlich anfühlen. Im Oktober wird sie
deutlich herbstlicher – und das berühmte dänische Bedürfnis nach Gemütlichkeit wirkt plötzlich weniger wie
ein Reiseführer-Klischee und mehr wie eine ziemlich praktische Antwort auf kürzere Tage.
Kopenhagen ist deshalb eine gute Wahl, wenn du nicht vor dem Herbst fliehen willst, sondern genau auf diese
Jahreszeit Lust hast: gutes Essen, Kaffee, Architektur, Museen und dazwischen immer wieder Wasser und frische Luft.
Die Stadt wechselt in dieser Zeit sichtbar vom langen nordischen Sommer in die ruhigere Jahreszeit.
Gerade der Mix aus Spaziergängen, Museen, Cafés und Restaurants macht schlechtes Wetter weniger entscheidend.
Mit dem Zug: Kopenhagen erreichst du direkt ab Hamburg und ab Berlin. Die durchgehenden ComfortJet-Verbindungen kommen aus Richtung Prag und halten auf dem Weg nach Berlin auch in Dresden – damit gibt es die Reise auch ab Sachsen ohne Umstieg. Für Dresden und weitere Startbahnhöfe findest du die passende Verbindung im Direktzugfinder.
Paris: Manche Klassiker braucht man nur zur richtigen Zeit
Paris steht auf so vielen Städtereise-Listen, dass man die Stadt fast schon automatisch überliest.
Für September und Oktober würde ich sie trotzdem nicht auslassen. Gerade nach dem Sommer bekommt Paris
wieder einen Rhythmus, der gut zu einer kurzen Bahnreise passt.
An milden Tagen kannst du lange an der Seine laufen, durch die Tuilerien oder den Jardin du Luxembourg ziehen
und abends draußen sitzen. Wird das Wetter ungemütlicher, ist das kein verlorener Reisetag:
Museen, Ausstellungen, Passagen, Buchläden und Cafés gehören ohnehin zu den besten Gründen für Paris.
Dazu beginnt im September traditionell die neue Kultursaison. Der frühe Herbst ist deshalb ein guter Zeitpunkt,
Paris nicht nur über Eiffelturm und Louvre zu denken, sondern auch über eine Ausstellung, ein Viertel,
ein langes Abendessen oder einfach ein paar Stunden ohne festes Programm.
Der September kann noch viele milde Stunden bringen, während der Oktober stärker in Richtung Parks,
Kultur und gemütliche Abende kippt. Beides passt überraschend gut zu einer Stadt, in der ein Regentag
selten das ganze Programm zerstört.
Mit dem Zug: Paris ist aus mehreren Regionen Deutschlands direkt erreichbar – zum Beispiel ab Köln, Frankfurt, Berlin und München. Damit ist die französische Hauptstadt aus West-, Mittel-, Ost- und Süddeutschland auf ganz unterschiedlichen Direktachsen erreichbar.
Interlaken & die Schweiz: Berge, Seen – und ein guter Plan für Regentage
Eine Zugreise in die Schweiz ist im frühen Herbst besonders reizvoll, aber ein bisschen anders als im Hochsommer.
Morgens wird es kühler, in höheren Lagen kann das Wetter schnell umschlagen und im Oktober schließen manche
Bergbahnen oder wechseln in den saisonalen Betrieb. Dafür gibt es diese klaren Tage, an denen Seen, Wälder und
Berge fast noch stärker wirken als im Sommer.
Interlaken ist dafür ein guter Ausgangspunkt: Thunersee und Brienzersee liegen direkt vor der Tür,
und bei stabilem Wetter bist du schnell in Lauterbrunnen, Grindelwald oder weiter oben in der Jungfrau-Region.
Gleichzeitig muss ein Regentag hier nicht automatisch verloren sein. Das Bödelibad hat ein Hallenbad,
die Gletscherschlucht in Grindelwald ist über Stege, Felsgalerien und Tunnel erschlossen und wird von der Region
ausdrücklich auch als Schlechtwetterziel geführt. Rund um den Thunersee kommen zum Beispiel Schloss Thun und
weitere Museen als wetterfeste Alternative dazu.
Wenn du Natur und Stadt noch enger kombinieren möchtest, ist Chur eine spannende Alternative.
Von der ältesten Stadt der Schweiz bist du schnell auf dem Hausberg Brambrüesch oder mit der Rhätischen Bahn
mitten in Graubünden. Bei Regen bleiben das Bündner Naturmuseum, das Rätische Museum, Cafés in der Altstadt
oder das Aquamarin-Erlebnisbad. Chur ist damit ein Ziel, bei dem ein schlechter Wettertag nicht sofort die
ganze Reiseidee infrage stellt.
Und auch Luzern würde ich für einen frühen Herbsttrip im Hinterkopf behalten:
Vierwaldstättersee und Berge liegen direkt vor der Stadt, während das Verkehrshaus der Schweiz ein sehr guter
Plan für einen nassen Tag ist. Wer lieber Wellness möchte, kann Richtung Rigi weiterfahren – dort liegt mit
dem Mineralbad & Spa Rigi Kaltbad eine der schöneren Kombinationen aus Bergwelt und warmem Wasser.
Für Wanderungen, Seen und Bergbahnen kann diese Zeit wunderschön sein – gleichzeitig lohnt sich eine Reise,
die nicht nur von einem einzigen Gipfeltag lebt. Orte wie Interlaken, Chur oder Luzern funktionieren auch dann,
wenn du spontan zwischen Natur, Stadt, Museum und Wellness wechseln musst.
Mit dem Zug: Interlaken ist unter anderem ab Frankfurt und über dieselbe ICE-Achse auch ab Berlin direkt erreichbar. Aus Nord- und Westdeutschland führen einzelne Direktzüge außerdem über Basel weiter nach Bern, Spiez, Interlaken, Brig oder Chur; einen guten Überblick bietet die Schweiz-Verbindung ab Hamburg. Auch ab Köln gibt es je nach Zug direkte Ziele wie Basel, Zürich, Bern, Interlaken, Brig oder Chur. Aus Süddeutschland ist Zürich sehr gut direkt erreichbar; zusätzlich gibt es eine direkte Verbindung nach Basel. Basel und Zürich sind wiederum starke Umsteigepunkte für Luzern, das Berner Oberland und viele weitere Regionen.

Robot8A,
CC BY-SA 4.0,
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Prag: Moldau, Parks und lange Cafépausen
Prag ist die eine Reiseidee in dieser Auswahl, die ganz bewusst auch in unserem großen Herbst-Ratgeber vorkommt.
Der Grund ist einfach: Kaum eine Stadt passt so gut zu dem Bild, das viele vom goldenen Herbst im Kopf haben.
Im September kannst du noch lange an der Moldau unterwegs sein. Im Oktober werden Letná, Petřín und die Hänge
rund um die Burg interessanter, weil die Stadt mehr Farbe bekommt. Und wenn zwischendurch ein kalter oder
grauer Tag kommt, gehören Cafés, Bierstuben und Museen ohnehin zum Prag-Programm.
Für ein verlängertes Wochenende würde ich deshalb nicht versuchen, möglichst viele Sehenswürdigkeiten
abzuhaken. Lieber einmal früh über die Karlsbrücke, später hoch nach Letná oder Vyšehrad und dazwischen genug
Zeit für Viertel, in denen man nicht alle fünf Minuten stehen bleiben muss.
Prag funktioniert im frühen Herbst nicht trotz der Jahreszeit, sondern ein Stück weit wegen ihr:
mehr Farbe, längere Cafépausen und eine Stadt, die auch bei wechselhaftem Wetter genug zu bieten hat.
Mit dem Zug: Prag erreichst du unter anderem direkt ab Hamburg, Berlin und Dresden. Mehr zur durchgehenden Verbindung findest du auf Hamburg / Berlin – Prag.

Dmitry A. Mottl,
CC BY-SA 4.0,
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September oder Oktober – welcher Monat passt besser?
Einen klaren Gewinner gibt es nicht. Die beiden Monate fühlen sich nur unterschiedlich an – und genau das
kann bei der Auswahl helfen.
September: noch viel draußen
Wenn du noch etwas Süden suchst, gern lange unterwegs bist oder eine Bergreise planst,
ist September oft der unkompliziertere Monat. Mailand und Como wirken noch deutlich südlicher,
Amsterdam und Paris können viele milde Tage haben und in der Schweiz ist die Auswahl an Wanderungen
und Bergbahnen meist noch größer.
Oktober: mehr echtes Herbstgefühl
Für bunte Parks, Cafés, Museen und Städte mit guter Schlechtwetter-Alternative ist Oktober besonders schön.
Prag, Amsterdam, Paris oder Kopenhagen passen dann sehr gut. In den Bergen würde ich stärker nach Wetter
und saisonalen Öffnungszeiten entscheiden.
Für mich ist deshalb weniger die Frage „Welcher Monat ist besser?“ entscheidend, sondern:
Willst du den Sommer verlängern oder den Herbst bewusst genießen?
Genau danach würde ich das Ziel auswählen.
Und wie findest du die passende Zugverbindung?
Die Reiseidee ist das eine, der eigene Startbahnhof das andere. Je nachdem, wo du in Deutschland losfährst,
unterscheiden sich die sinnvollsten Verbindungen deutlich: Manche Ziele erreichst du aus mehreren Regionen
direkt, bei anderen ist ein gut gewählter Umstieg die bessere Lösung.
Wenn dein Startbahnhof schon feststeht, kannst du im
Direktzugfinder prüfen, welche internationalen Ziele du von dort ohne Umsteigen
erreichst. Auf den verlinkten Streckenseiten findest du anschließend mehr zur jeweiligen Verbindung.
Die genauen Fahrzeiten solltest du für dein konkretes Reisedatum prüfen, weil sich Fahrpläne, Baustellen
und saisonale Angebote ändern können.
Noch mehr Ideen für den Herbst
Wenn du auch Ziele für November suchst oder noch mehr Reiseideen für den Herbst vergleichen möchtest,
schau in unseren großen Überblick
Herbsturlaub mit dem Zug.
Dort findest du weitere Städte, südlichere Ziele und Ideen für die Alpen.
Hinweis: Fahrpläne, Direktverbindungen und saisonale Angebote können sich ändern. Prüfe für deine Reise immer
die Verbindung und – besonders in den Bergen – die Bedingungen und Öffnungszeiten für dein konkretes Datum.

